Ökoverbände

Verordnungen, Maßstäbe, Regeln – wann darf ein Produkt mit „bio“ tituliert werden? Die Basis dazu liefern die Richtlinien der EU-Öko-Verordnung samt Bio-Siegel. Das dürfen all jene Lebensmittel und landwirtschaftlichen Erzeugnisse tragen, die die Bedingungen dieser Verordnung erfüllen. Dazu gehört u. a., dass Zutaten mit landwirtschaftlichem Ursprung zu mindestens 95% aus ökologischem Landbau stammen und der Einsatz zahlreicher Zusatzstoffe sowie Gentechnik verboten sind. Die Bio-Anbauverbände haben ihre eigenen Richtlinien, die über den gesetzlichen Mindeststandard hinausgehen. Wir finden, es ist an der Zeit, Ihnen einige dieser Verbände einmal vorzustellen.

GIFTFREIHEIT.

1971 wurde in Baden-Württemberg die „Fördergemeinschaft organisch-biologischer Land- und Gartenbau“ gegründet. Seit 1987 trägt diese Gemeinschaft den Namen Bioland e.V. und ist inzwischen führender ökologischer Anbauverband in Deutschland. Bioland-Betriebe arbeiten im Sinne einer Kreislaufwirtschaft – ohne synthetische Pestizide und chemisch-synthetische Stickstoffdünger. Die Tiere werden artgerecht gehalten, die Lebensmittel schonend verarbeitet. Aktuell arbeiten 4.967 Biobauern und 838 verarbeitende Betriebe wie Bäckereien, Metzgereien, Molkereien, Brauereien, Mühlen, Restaurants und Safthersteller nach Bioland-Richtlinien. www.bioland.de

BEWEGLICHKEIT.

Der Demeter-Bund ist der einzige Anbauverband mit biologisch-dynamischer Landwirtschaft. Diese nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung sorgt für ein kontinuierliches Wachstum der Humusschicht. Die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise entwickelt seit über 80 Jahren eine lebendige Agrarkultur, die auf Impulse der Vortragsreihe „Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft“ des Anthroposophen Rudolf Steiner im Jahr 1924 zurückgeht und vor allem die Kräftewirkungen stärken will. Der weltweit tätige Verband ist vielfältig gegliedert. In Deutschland ist Demeter mit regionalen Gruppierungen in allen Bundesländern vertreten. www.demeter.de

REGIONALITÄT.

Der Verband Biokreis wurde 1979 als „Biokreis Ostbayern“ von Bauern und Verbrauchern ins Leben gerufen und hat seinen Sitz in Passau. Der Biokreis hat sich zum Ziel gesetzt, die Kooperation von Erzeugern, Verbrauchern und verarbeitenden Betrieben in überschaubaren Regionen nach ökologischen Grundsätzen zu fördern und eine bäuerliche Landwirtschaft auf der Basis des ökologischen Landbaus zu beleben. Die Richtlinien des Biokreis e. V., nach denen die dem Verband angeschlossenen Landwirte wirtschaften, liegen zum Teil klar über denen der EU-Verordnung. www.biokreis.de

GRUNDLEGENDES.

Das 2001 ins Leben gerufene staatliche Bio-Siegel macht Bio-Produkte auf einen Blick erkennbar. Mit dem Bio- Siegel können Produkte und Lebensmittel gekennzeichnet werden, die nach den Richtlinien der EU-Öko-Verordnung produziert und kontrolliert wurden. Diese EU-weit gültige Rechtsvorschrift garantiert einheitliche Standards für den ökologischen Landbau und steht für eine ökologische Produktion und artgerechte Tierhaltung. www.biosiegel.de

NATÜRLICHKEIT.

Ecoland wurde 1996 als regionaler Öko-Verband durch die Landwirte der „Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall“ gegründet. Der Verband ist im Bereich Verbraucheraufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und Vertretung der agrarpolitischen Interessen im Ökolandbau tätig und trägt so zur Förderung des Ökolandbaus bei. Der Verband betreut in erster Linie die Bereiche der Fleisch- und Getreideerzeugung und -verarbeitung. www.ecoland.de

WEINREINHEIT.

In Pionierzeiten entstanden, wurde Ecovin 1985 als größter Zusammenschluss ökologisch arbeitender Weingüter in Deutschland gegründet. Schon damals stellte der Verband seine strengen Richtlinien auf, die bis heute ihre Gültigkeit haben und die EU-Vorgaben übertreffen. Ecovin ist der einzige, ausschließlich auf ökologischen Weinbau spezialisierte Anbauverband. Das Ecovin-Markenzeichen garantiert Verbrauchern gehobene Qualität und ökologische Konsequenz. www.ecovin.org

SICHERHEIT.

Der nach der griechischen Göttin der Erde benannte Verband Gäa wurde 1989 in Goppeln bei Dresden gegründet und widmet sich seitdem vor allem der Umstellung von Agrarbetrieben in den neuen Bundesländern. Die Gäa sichert die Qualität, pflegt die Richtlinien und entwickelt sie weiter. Darüber hinaus betreut sie Landwirte, Verarbeiter und Händler in Fragen der ökologischen Produktion, des Öko-Marktes und der Agrarpolitik. www.gaea.de

FRUCHTBARKEIT.

Qualität statt Quantität lautet der oberste Grundsatz des Verbandes Biopark. Hier findet keinerlei Anwendung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und GVO-Derivaten statt. Auf Initiative von Biopark wurde die erste gentechnikfreie Region in Deutschland gegründet. Die Hauptproduktionsrichtungen der angeschlossenen Betriebe sind Mutterkuh- und Mutterschafhaltung, Schweine- und Geflügelmast, Landschaftspflege mit Nutztieren sowie der Anbau von Marktfrüchten. www.biopark.de

OFFENHEIT.

Der Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH) für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel berät seine Mitglieder in allen rechtlichen Fragen in puncto Herstellung und Vermarktung von Kosmetika, Lebensmitteln, Medizinprodukten sowie frei verkäuflichen Arzneimitteln. Dabei steht die ganzheitliche Sorge um das Wohlbefinden des Verbrauchers im Mittelpunkt. www.bdih.de

GENAUIGKEIT.

Ecocert ist ein international tätiger, unabhängiger Kontrollverband, der mit seinem Label „Ökologische und biologische Kosmetik“ Produkte kennzeichnet, bei denen mindestens 95% der gesamten Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sind; alle pflanzlichen Stoffe müssen zu ebenfalls mindestens 95% aus biologischem Anbau stammen. 10% der gesamten eingesetzten Stoffen müssen aus biologischem Anbau stammen. www.ecocert.com

GEMEINSAMKEIT

BIO AUSTRIA ist die Organisation der österreichischen Bio-Bauern und bildet ein hei-misches Bio-Netzwerk, das partnerschaftlich mit Verarbeitern, Handel, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien zusammenarbeitet.Dabei stehen Grundwerte wie Ökologie, Würde der Tiere, Forschung und Innovation, faire Preise, bio-bäuerliche Lebensmittelkultur sowie kompetente Betreuung und Beratung im Vordergrund. www.bio-austria.at

FREIHEIT.

Das Logo „Hase mit schützender Hand“ kennzeichnet seit 1979 insbesondere tierversuchsfreie Naturkosmetik, dekorative Kosmetik sowie Wasch- und Reinigungsmittel, die nach den strengen Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes e. V., Bonn, entwickelt und hergestellt worden sind. Das heißt u. a. auch, dass keine Rohstoffe verwendet werden, die von toten Tieren stammen oder deren Gewinnung mit Tierquälerei oder Ausrottung verbunden ist. www.ihtk.de